Ein kleiner Pressespiegel der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt

Feuerwerk aus Jazz

Das Larry Porter Trio zu Gast in der Kulturkirche

Ein wahres Feuerwerk an Jazzvariationen erlebten die Gäste am Freitagabend in der Kulturkirche. Im Rahmen der \"Eichstädter Ohrenweide\" gab das \"Larry Porter Trio\" Kostproben seines Könnens und zog die etwa 55 Zuhörer in seinen Bann. Larry Porter (Bild), ein internationaler Jazzmusiker und Komponist aus den USA, der einige Jazz-Preise gewonnen hat und mit verschiedenen Jazz-Größen zusammengearbeitet hat, brillierte am Klavier genauso wie Marco Chacón (Chile) am Kontrabass und Alex Huber (Schweiz) am Schlagzeug. Die spannende Frage des Abends war, ob ein harmonisches Zusammenspiel der drei klassischen Instrumente gelingen würde. Das Trio gab seine Antwort schon in den ersten Stücken und schöpfte die Möglichkeiten des Dreiklangs voll aus. Das Publikum war begeistert und spendete nach jeder Ballade viel Applaus. Die Musiker spielten Titel, wie \"Berge\", \"Samba for Larry\", \"Leben und Sehen\", \"Verrückter Fluss\", \"Schmetterling\" sowie \"Ein Walzer\" und entführten die Musikfreunde in die Welt des modernen Jazz. Dabei wurden die traditionellen Grenzen häufig überschritten. Das nächste Konzert der Reihe \"Eichstädter Ohrenweide\" ist am Freitag, 19. März. Dann spielen Maja Joel, Souleymane Toure mit der Band Easy Going auf.

Peter Wilkening- Oranienburger Generalanzeiger vom 20.02.10

Jingle Bells mit Schlagzeug-Solo

Blue Wednesday und Cookies verjazzen englischsprachige Weihnachtslieder

Ein mit mehr als 30 Mitwirkenden fast aus den Nähten platzender Bühnenraum, eine mit Besuchern gut gefüllte Kultur- und Kinderkirche und eine große, wunderbar einfarbig geschmückte Tanne ergaben am Freitagabend die Zutaten von „Blue Christmas“. Unter dieses Motto hatte Rob Bauer das Konzert seiner in Berlin ansässigen jazzenden Chorvereinigung „Blue Wednesday“ gestellt. Und da er hier an diesem Ort Lehrer für Blechblasinstrumente und Leiter des Eichstädter Kinder- und Jugendorchesters „Cookies“ ist, fügte er beide Klangkörper erstmals zusammen. Bauer formte aus rhythmischem Jazzgesang und den Tönen von Trompeten, Posaunen, Saxophonen und Flöten ein besonderes Klangerlebnis. Das blieb zwar mit bekannten angloamerikanischen Melodienfolgen ganz der Adventszeit verhaftet, geriet aber losgelöst von gewohnter romantisierender Vorweihnachtsseligkeit. Manche Lieder würden zurzeit in der Öffentlichkeit so oft gespielt, dass man sie nicht mehr hören könne, gab Rob Bauer zu. Er kleidete sie daher für seine „Blue Christmas“ in ein andersfarbiges musikalisches Gewand. Dazu hatte er neue Arrangements geschrieben, ließ von seinen Chorsängern auch die eine oder andere Stelle mehrmals variieren und stellte das Ganze in einen szenischen Ablauf. „Hier kommen wir singend zwischen grünen Blättern geschritten, dass man uns gut sehen kann: Liebe und Freude sollen zu Euch kommen und auch ein glückliches Weihnachtsfest.“ Mit diesen, in Englisch gesungenen Textzeilen, schritten die Sänger als Sternsinger in den Altarraum. Das symbolisierten sie mit einem Papierstern, den sie feierlich vor sich her trugen. Und da das Ganze die Überschrift „Blue Christmas“ trug, gaben die Chormitglieder dieser Farbe mit einem Schal, einer Jacke, einem Tuch oder anderen Accessoires besonderen Ausdruck. Als sie die Ankunft von Santa Claus auf seinem Rentier-Schlitten besangen, umhüllten sie die Szene mit sich bewegenden blauen Tuch-Wogen. Und als sie die Kälte des Winters demonstrierten, setzten sie sich Mützen auf, zogen sich Handschuhe an und banden sich Wollschals um den Hals. Das alles im swingend-jazzigen Rhythmus, ob bei „White Christmas“, im „Winter Wonderland“ oder wenn sie der „Mami“ unterstellten, den Weihnachtsmann geküsst zu haben. Vor allem die frisch-fröhlichen, musikalisch entstaubten Lieder, bei denen Rob Bauer fast tanzend dirigierte, waren es, die das Publikum mitrissen. Wenn dann „Jingle Bells“ mit heftigem Schlagzeug-Solo und warmem Kontrabass aufpoliert wurden und die „Cookies“ mit jubelndem Bläserklang einfielen, dann schwoll der Beifall an. Das galt vor allem für Rudolph, das Rentier, bei dem alle sichtlich Spaß hatten: die Jazzsinger, die „Cookies“ und das mit den Füßen wippende Publikum. Eine Stimmung, die sich beim Abschlussbild noch einmal steigerte, als die jungen Musiker den Gesang der „Blue Wednesday“ nun ihrerseits in rhythmische Bewegungen umsetzten.

Rotraud Wieland- Märkische Allgemeine Zeitung vom 14.12.09

Weltbeweger aus Eichstädt

Stiftung würdigt Engagement für KuKi-Kirche

Stellvertretend für das Engagement des Förderkreises der Kultur- und Kinderkirche in Eichstädt wurde am Montag die Initiatorin der Einrichtung, die frühere Kirchen-Kantorin Gisela Semper, als Weltbewegerin ausgezeichnet. Die Musikerin erhielt vom früheren Berliner Wirtschaftssenator Elmar Pieroth eine Urkunde der Stiftung Bürgermut, die mehr als 1 000 Weltbeweger in Deutschland auszeichnen will. In einer kleinen Runde in der Kultur- und Kinderkirche erinnerten mehrere Redner an die ersten Gehversuche des Förderkreises, der sich vor vier Jahren gegründet hat. Damals gab es die mutige Idee, aus dem selten genutzten Gotteshaus ein Zentrum für Musik, Theater, Konzerte, Ausstellungen sowie für kirchliche Angelegenheiten zu etablieren. \"Keiner wusste, ob das Konzept funktioniert\", erinnerte sich gestern die zweite Vorsitzende Michaela Dingler an die ersten Gehversuche. Es funktionierte so gut, dass das Projekt heute Vorbild-Charakter hat.

- Oranienburger Generalanzeiger vom 12.10.09

Kerzen vor dem Bürgermeisteramt

Gesprächsrunde in der Kultur- und Kinderkirche erinnerte an die friedliche Revolution

Sie waren viele. Und sie waren sich einig. 70 000 Menschen demonstrierten am 9. Oktober 1989 in Leipzig. Dass die Sicherheitskräfte damals nicht einschritten – das Wunder von Leipzig. Was geschah in diesen Wendetagen hier in der Region? Zu einer persönlichen Rückschau, zu einem „Gespräch über die Einheit“ lud am Sonnabend die Eichstädter Kultur- und Kinderkirche. Auf dem Podium: Harry Sallowski, damals Pfarrer in Vehlefanz, Dieter Blumberg, ehemaliger Bürgermeister von Schwante, und andere. „Auch wir haben damals am 9. Oktober im Kreis zusammengesessen“, erinnert sich Harry Sallowski. Vor dem Bürgermeisteramt hätten Menschen Kerzen aufgestellt. „Das Gefühl, dass damals etwas auf der Kippe stand, hatte ich jedoch nicht.“ Am Tag zuvor hatte der 1930 geborene Sallowski Besuch von einem unbekannten Mann bekommen. Ob denn auch in der Region Friedensgebete abgehalten würden? Und wo? Sallowski beschloss, Fürbittengebete abzuhalten. „Gleich am ersten Abend waren 20 Leute da.“ Die Gruppe beginnt, sich regelmäßig zu treffen. „Wir haben mithilfe des Evangeliums Fragen nach Veränderung gestellt“, sagt Sallowski. Vertreter der Umweltbibliothek und des Neuen Forums kommen nach Vehlefanz und berichten von ihrer Arbeit. Damals, erinnert sich Sallowski, sei „ständig Armee durchs Dorf gefahren“. An dem Tag, an dem im Schwantener Pfarrhaus die SPD gegründet worden sei, wäre das Dorf von Stasi-Leuten umstellt gewesen. Die Parteigründung am 7. Oktober entgeht ihnen trotzdem. „Die haben damals angenommen, die SPD würde in Marwitz gegründet werden.“ Anders als Sallowski hat Dieter Blumberg damals durchaus „Angst vor Eskalation“. Er erinnert sich jedoch auch an die Euphorie des Wendeherbstes. Viele Menschen hätten sich in diesen Monaten „richtig freigemacht“. Der Euphorie sei jedoch die Ernüchterung „auf dem Fuß gefolgt“. „Wenn man an all die denkt, die danach keine Chance mehr auf Arbeit hatten.“

Frauke Herweg- Märkische Allgemeine Zeitung vom 12.10.09

Mit Ideen und Charme

Auszeichnung für die Kultur- und Kinderkirche Eichstädt

Wenn am kommenden Montag die Kirchenmusikerin Gisela Semper für ihr früheres Engagement in der Eichstädter Kirche ausgezeichnet wird, ist das ein großes Lob für alle, die sich damals und bis heute hier engagiert haben. „Gemeinsam mehr verändern“ ist das Motto der 2007 gegründeten Berliner Stiftung Bürgermut, deren Gründer und Vorstand Elmar Pieroth das Konzept der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt lobt: „Es kann aktive Menschen in ganz Deutschland inspirieren und regt zur Nachahmung an.“ Im Oktober 2004 war auf Initiative Gisela Sempers der Förderverein für die Kultur- und Kinderkirche Eichstädt gegründet worden. Zu der Zeit wirkte die heute in Dresden lebende Kirchenmusikerin im Kirchenkreis Oranienburg. Damals hatte sie noch in Marwitz Musikunterricht angeboten. Mit dem neuen Konzept für die Kirche im Nachbardorf jedoch sollte dort ein neues Zentrum auch für Musik entstehen. Um den Kirchenraum künftig für Lesungen, Theater und eben Konzerte nutzen zu können, waren einige Baumaßnahmen nötig. Gisela Sempers Ideen überzeugten: Über den Kirchenkreis wurden der Bau einer Küche und Toiletten finanziert. Eine zentrale Kulturstätte für Oberkrämer könne das werden, spekulierte damals der Pfarrer der Dreieinigkeitskirchengemeinde Vehlefanz, Thomas Köhler, der auch für Eichstädt zuständig ist. Im August 2005 wurde die Kirche, die nun über die Funktion als Gotteshaus hinaus auch Begegnungs- und Kulturstätte geworden ist, eröffnet. Köhler hatte Recht: Schon damals war der Andrang groß. Und die Nachfrage ist ungebrochen. Die Konzerte der jazzig angehauchten Reihe „Ohrenweide“ sind stets sehr gut besucht, es gibt Vorträge, Theater für Erwachsene und Kinder, manchmal auch Diskussionsrunden. So wird am kommenden Sonnabend ab 19 Uhr mit Gästen über die Wendezeit gesprochen. Stets werden Veranstaltungen auf charmante Art unterstützt durch die Fördervereinsmitglieder, die so manches Mal mit thematisch passenden Büfetts überraschen. Wichtiges Standbein bleibt der Musikunterricht, ob Orgel, Posaune, Schlagzeug oder Horn, das Angebot ist beachtlich. Ausgezeichnet wird das Projekt und insbesondere die einstige Initiatorin Gisela Semper nun mit einem Zertifikat. Auch die Schirmherrin der Kultur- und Kinderkirche, Kara Huber, wird zur kleinen Feierstunde am kommenden Montag erwartet.

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 05.10.09

Glückliche Weltbeweger

Die Initiatorin der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt, Gisela Semper, gestern geehrt

Jedes Mal, wenn bei einem Konzert alle Plätze in der Kirche besetzt sind, der Applaus für die Musiker nicht enden will, ist diese Begeisterung natürlich auch für das Engagement der Mitglieder des Förderkreises der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt eine wunderbare Bestätigung. Doch Momente wie der gestrige Nachmittag, als mit der Ehrung durch die Berliner Stiftung Bürgermut das Konzept der „KuKi“ und die Menschen dahinter offiziell gewürdigt wurden, sind dennoch etwas ganz Besonderes. Eigens war Gisela Semper angereist, die heute als Kirchenmusikerin in Dresden-Trachau arbeitet. 2004 hatte sie, in dieser Funktion damals beim Kirchenkreis Oranienburg tätig, die Kultur- und Kinderkirche angestoßen. So wurde dieser Nachmittag vor allem einer der schönen Erinnerungen. Alle, erzählte Michaela Dingler, heute die stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises, seien damals von Sempers Idee wie elektrisiert gewesen. Gisela Semper hatte für den 29. September 2004 Leute aus der gesamten Region nach Eichstädt eingeladen, um ihren Traum eines regionalen kirchenmusikalischen Zentrums vorzustellen, in dem es künftig Lernangebote für jedermann, Konzerte, Vorträge, Theater geben sollte. Als Gisela Semper zuvor die Kirche in Augenschein genommen hatte, gab es „nur eine spärliche Glühlampe über dem Eingang und gestapelte Kirchenbänke auf der Empore“. Sie habe dann einfach gesungen und sofort gefühlt, „hier bist du richtig“. Der Kirchenkreis sorgte mit 55 000 Euro für Heizung, Küche und Sanitärbereich. Heute finanziert der Förderkreis den Betrieb der Kirche durch seine Mitglieder, Spenden, Sponsoren, die Vermietung des Raumes für Familienfeiern. Allein 15 000 Euro konnten durch den Förderkreis in die Kirche investiert werden. Sichtbar gerührt dankte Schirmherrin Kara Huber der Initiatorin Gisela Semper, erinnerte auch an Skepsis, die anfangs dem Projekt entgegenschlug. „Hier kann man sich wohlfühlen“, zeigte sich Elmar Pieroth, Gründer der Stiftung Bürgermut, begeistert. Ein Projekt, das „verändert, motiviert und inspiriert“ sei die KuKi, ein Vorbild für andere. Derweil er sprach, übte Musiklehrer Nico Lohmann auf der Empore über dem Altar mit Schülern das Flötenspiel. Besser lässt sich wohl kaum illustrieren, wie lebendig dieser Raum heute genutzt wird.

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 05.10.09

Jazz vom Feinsten

Konzert in der Kultur- und Kinderkirche mit \"Sublim\"

\"Sie haben vielleicht gemerkt, wir spielen alles außer Vier-Viertel\", sagt Angelika Niescier mit einem spitzbübischen Lächeln ans Publikum gewandt. Es ist wahrlich keine leichte Jazz-Kost, die die renommierte Saxophonistin mit ihrer Band \"Sublim\" in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche bietet: krumme Takte, lange Stücke, viele Improvisationen - Free Jazz über weite Strecken, mitunter durchaus sperrig. Dennoch schaffen es die drei Musiker, die etwa 60Besucher für sich einzunehmen. Nicht zuletzt dank der Ohrenweide-Konzertreihe sind die Gäste an experimentelle Töne in der Kultur- und Kinderkirche gewöhnt. Dass deren Akustik geradezu geschaffen ist für kleine Konzerte, zeigt sich einmal mehr: Passend zum Bandnamen wirkt die Musik dank des fantastischen Klangs tatsächlich sublim - also gleichwohl subtil wie erhaben - auf den Zuhörer, selbst wenn dieser kein Jazz-Experte ist. Was Schlagzeug, Bass und natürlich das Saxophon der Frontfrau da abfeuern, ist über jeden Zweifel erhaben - etwa, wenn ein polnisches Volkslied dank wilder Improvisationen in Samba-Rhythmen gipfelt, und Schlagzeuger Christoph Hillmann dann noch mit völliger Selbstverständlichkeit ein Husten aus dem Publikum in sein Solo einbaut. Dafür gibt\'s immer wieder Zwischenapplaus und begeisterte Pfiffe, auch wenn \"das hier sicherlich kein Raum voller Free-Jazz-Fans ist\", wie Wolfgang Sack schmunzelnd feststellt. Selbst Jazz-Pianist, zeigt sich der Bärenklauer geradezu begeistert davon, \"dass in so einem kleinen Nest solche herausragenden Musiker auftreten\" - hoffentlich nicht zum letzten Mal.

- Oranienburger Generalanzeiger vom 04.10.09

Saxophon in höchsten Tönen

Angelika Niescier und Ensemble krönten den Oberkrämer Kulturherbst

Mit einem Jazzkonzert der Sonderklasse wurde am Freitagabend in der Kultur- und Kinderkirche der Kulturherbst Oberkrämer gekrönt. Möglicherweise hatte der eine oder andere Anfangsschwierigkeiten, sich neuen Hörgewohnheiten zu öffnen. Doch schon beim zweiten, dritten Stück zogen Saxophonistin Angelika Niescier und ihre beiden Ensemble-Mitglieder das Publikum in einen Sog von bildstark-vibrierenden Tonstrukturen. Die konnten mal kraftvoll-intensiv, mal von klar glänzender Präsenz sein. Mit ihrer energiegeladenen Spiel-Akrobatik schien sich die Saxophonistin über alle technisch bedingten Grenzen hinwegzusetzen. In atemberaubenden Tempi jonglierte sie mit Tönen und Tonfolgen, formte sie zu musikalischen Gebilden, die die Fantasie der Besucher Achterbahn fahren ließen. Der das Saxophon manchmal umschmeichelnde, manchmal grimmig aufbegehrende Kontrabass (Sebastian Räther) versuchte, sich dem Dialog zu stellen. Christoph Hillmann an den Drums feuerte in vielseitig-virtuosem Wechselspiel das Geschehen bis zur Ekstase an oder glättete es mit monologisierenden Improvisationen, die er manchmal bis ins Lyrische zu verfeinern verstand. „Sublim“ nennt sich die Formation, zu der eigentlich noch der Pianist Florian Weber gehört. Ein Quartett, das Angelika Niescier im Jahre 2000 gründete. Das war kurz nach ihrer Ausbildung an der Essener Folkwangschule und vor ihrem Start als „aufregendste Stimme im deutschen Jazz“, die der Szene neue Impulse verleiht. Neben verschiedenen Auszeichnungen hat die Gruppe jüngst für die CD „Sublim III“ den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhalten und ist für den Jahrespreis 2009 nominiert. Auf ihr sind Stücke versammelt, die die drei Musiker auch in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche spielten. Vielleicht sollte man besser sagen „aufführten“. Denn die von Angelika Niescier komponierten Titel dauerten bis zu 15Minuten und kamen einer Performance gleich. Bei „Bill“ hatte die Niescier einen Dürrenmattschen Anti-Helden nachgezeichnet, bei „Ca ja mysle“ eine aufsässige Bauersfrau aus ihrer polnischen Heimat. Ein Stück, das überquoll von folkloristischem Rhythmus und von Lebensfreude. Ganz im Gegensatz dazu „Urban“. Mit dieser Komposition setzte sie den Moloch Großstadt in Szene. Saxophon, Bass, vor allem die Drums „malen“ düstere Szenen von der Verlorenheit der Kreatur. Großartig! Da half nur noch eine Zugabe von leichterer Hand, um die Gemüter auf dem Nachhauseweg wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Rotraud Wieland- Märkische Allgemeine Zeitung vom 01.10.09

Musikmarathon in Eichstädt

Kultur- und Kinderkirche feiert in neuen Dimensionen

Das Eichstädter Musikfest unter Leitung des Jazzpianisten Wolfgang Sack wird heute in der Kultur- und Kinderkirche gefeiert. Vier Stunden spielen 30 Musiker aus verschiedenen Genres. Der Jazzpianist Wolfgang Sack, der seit 1995 in Bärenklau wohnt, lädt seit acht Jahren zu Musikfesten ein. Dafür wurde das heimische Grundstück inzwischen zu klein, erstmals wird in diesem Jahr in die Kultur- und Kinderkirche Eichstädt eingeladen. Hier beginnt um 17 Uhr ein Programm mit vielen Akteuren: Der Bläserchor Schwante-Bötzow bietet Dixieland und heitere Volkslieder, ein Posaunenquartett kommt mit Musik von Gospel bis Jazz, Martin Schmidt und Band haben Rock und Pop der letzten 30 Jahre im Gepäck, das Manou-Quartett bietet klassische Musik von Schubert bis Tango. Außerdem treten das Celloduo Steline, die Kinderband The Musicschool und das Modern-Jazztrio Symbol auf. Auch Organisator Wolfgang Sack ist zu hören, nämlich dann, wenn das Duo Jazzpiano im Doppelpack spielt. Darin spielen Wolfgang Sack und Gerd Salzmann. Der Maler Uwe Müller-Fabian zeigt seine Bilder, die Firma Historische Bauelemente aus Marwitz kommt mit Gartenmöbeln von anno dunnemals. Eintritt ist frei.

MAZ- Märkische Allgemeine Zeitung vom 28.08.09

Von Chile nach Eichstädt

Marco Chacón unterrichtet jeden Donnerstag in der Kultur- und Kinderkirche

Rob Bauer initiierte in der Kultur- und Kinderkirche nicht nur die Veranstaltungsreihe „Ohrenweide“, er führt auch den von Kantorin Gisela Semper übernommenen Musikunterricht zusammen mit seiner Frau Silvia und Nico Lohmann fort. Gerade hat er das Angebot für die Instrumente Gitarre und Bass erweitert. Und er ist stolz, mit Marco Chacón einen Lehrer gewonnen zu haben, den er als exzellenten Musiker einschätzt und dessen Namen man sich gut merken sollte. Entdeckt hat er den talentierten Gitarristen und Bassisten an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden, wo Rob Bauer unterrichtet und Marco Chacón gerade seine Ausbildung beendet hat. Da das Wetter umgeschlagen ist, kommt Marco Chacón zu seinem Unterricht etwas zu leicht bekleidet nach Eichstädt. Er fröstelt etwas, aber in seinem Gesicht strahlt die Sonne, die chilenische, mit der er aufgewachsen ist. Und natürlich ist er als der neue Musiklehrer mit seinen beiden großen Instrumenten über den Schultern nicht zu übersehen. Dabei hat er den Bass noch gar nicht dabei, denn für dieses Instrument gibt es bisher noch keine Schüler-Anmeldungen. Marco Chacón befindet sich gerade in einer Umbruchphase. Zusammen mit seiner Frau, einer Pianistin, die er auf der Hochschule kennengelernt hatte, ist er von Dresden nach Berlin gezogen. Und bevor er sich in der Hauptstadt noch ganz etabliert hatte, machte ihm Rob Bauer den Vorschlag, in Eichstädt zu unterrichten. Ein Angebot, dass der freundliche Chilene gerne annahm. Wobei ihm zugute kommt, dass er sehr gut deutsch spricht. Er ist begeistert von der deutschen Kultur und bei der Musik vor allem von Bach und Richard Strauß. Vor allem aber habe es ihm das vielfältige kulturelle Leben in Berlin angetan. Und sogar den Dialekt verstehe er, auch wenn er ihm etwas zu hart erscheint. Kein Wunder bei einem Mann, dem die Musik durchs Blut fließt, sowohl die südamerikanischen Latino-Rhythmen als auch die furiosen Jazz-Improvisationen. So breit gefächert wie sein Können ist seine Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen, Formationen oder Orchestern. Dazu gehört auch „African Aspects“, das Quintett von Silvia und Rob Bauer. Es mache sehr viel Spaß, mit ihm zu spielen, nicht nur weil er ein hervorragender, sondern auch ein kommunikativer Musiker sei, betont Rob Bauer. Eine Eigenschaft, die ihm als Lehrer entgegenkommt. Acht Schüler unterrichtet er zurzeit in Eichstädt. Sie kommen aus dem Ort oder der Umgebung. Er gibt Einzelunterricht oder in Zweiergruppen. „Kinder wollen einfach tun und erst dann begreifen. Erst hören sie, dann spielen sie und dann fragen sie: ’Was ist das?’.“ In seinem Unterricht, so Marco Chacón, wolle er ihnen die Chance geben, gleitend in ihre Entwicklungsmöglichkeiten hineinzuwachsen. Neben dem Lesen der Noten, dem Hören und dem Spielen gelte es also, Bewusstes und Unbewusstes gleichermaßen zu fördern. Das dürfte dem sensibel auf seine Schüler eingehenden Marco Chacón, der sowohl Kinder als auch Erwachsene unterrichtet, bestens gelingen. Das empfindet auch der 15-jährige Nils Feldkeller so, der seinen Lehrer als „echt cool“ bezeichnet. Sein Wunsch, später einmal Rockstar werden zu wollen, dürfte nicht zuletzt aus der Begegnung mit Marco Chacón resultieren. Wenn dieser demnächst wieder einmal in der Kultur- und Kinderkirche auftreten würde, wäre das für seine Schüler sicherlich der beste „Vorführ-Unterricht“ und Ansporn zugleich.

Rotraud Wieland- Märkische Allgemeine Zeitung vom 06.08.09

Ein Musikfestival mit persönlicher Note

Großes Fest in der Kultur- und Kinderkirche mit mehr als 30 Künstlern

Jedenfalls funktioniert so das Leben in der Kuki in Eichstädt. Und Ende August wird es ein „Paradebeispiel“ dieses Miteinanders der Künstlergenerationen geben. Dann bestreiten bei einem Festival junge und gestandene Musiker ein vierstündiges Programm, zu dem alle Musikliebhaber und Freunde der Kuki jetzt schon eingeladen sind. Erdmut Schulze, der Vorsitzende des Förderkreises der Kirche, kann kaum seine Freude und Aufregung verbergen. Am 28. August wird es in Eichstädt eine Art „Pilotfest“ geben, das sich mit ein wenig Glück zu einer Tradition mausern kann. So wie es in Bärenklau schon gelungen ist. Denn dort veranstaltet der Pianist Wolfgang Sack seit acht Jahren ein ganz privates Musikevent, das sich langsam, aber sicher zu einer festen Adresse unter Musikliebhabern entwickelt hat. Bis zu 120 Gäste hat Wolfgang Sack auf seinem Grundstück schon begrüßt. Doch nun ist er dem Ansturm der Besucher nicht mehr gewachsen und möchte sein Fest nach Eichstädt in die Kultur- und Kinderkirche verlagern. „Wir sind von dieser Idee ganz elektrisiert“, sagt Erdmut Schulze. Denn nirgendwo in der Gemeinde bietet sich ein besserer Ort, um gemeinsam Musik zu genießen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. „Und es ist immer wieder etwas Besonderes, wenn Schüler ihre Lehrer spielen sehen“, weiß Wolfgang Täger vom Förderkreis. Das Ehepaar Bauer zum Beispiel unterrichtet viele Kinder auf verschiedenen Instrumenten in der Kuki. Wenn Robert Bauer am 28. August auftritt, werden ihn sicherlich viele Kinderaugen verfolgen. Das mehrstündige Programm, an dem Wolfgang Sack noch intensiv feilt, wird eine vielversprechende Mischung aus klassischer Bläsermusik, lockeren Posaunenklängen, Rock/Pop der letzten 30 Jahre, Cellomusik und modernen Jazz-Balladen sein. Und alles dargeboten von Musikern aus der Region. Die Kulisse des Festes wird abgerundet mit Bildern des Kunstmalers Uwe Müller-Fabian und mit historischen Gartenmöbeln. Das Eichstädter Musikfest findet am Freitag, 28. August, ab 17 Uhr statt.

Andrea Kathert- Märkische Allgemeine Zeitung vom 06.08.09

GUTEN MORGEN

Wie die Region Krämer Forst sich auf der Laga präsentiert, wollten Hertha und ich am Wochenende wissen. Ganz schön überrascht waren wir, als wir jede Menge junger Musiker mit Blasinstrumenten auf der Bühne sahen - hat Oberkrämer etwa eine eigene Musikschule? Nein, die Kinder nehmen Unterricht in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt. Lobenswertes Engagement, finden wir. Auch wenn die Töne manchmal etwas schief erklangen, hatte die Gruppe doch spätestens mit der Titelmusik von \"James Bond\" unsere Herzen erobert.

Harry Havel- Oranienburger Generalanzeiger vom 28.06.09

Eine echte „Ohrenweide“

Marimba in der Kulturkirche

Es war ein Genuss. Die Konzertreihe „Ohrenweide“ in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt ging am Freitagabend mit einem hochkarätigen Konzert vorerst zu Ende. Taiko Saito, eine international bekannte Solistin auf Marimba und Vibraphon, verzückte 40 Besucher. Es war das erste Konzert der in Berlin lebenden japanischen Solistin und Komponistin nach der Geburt ihres Kindes. Für die zweite Konzerthälfte hatte sich die zierliche Frau aus Sapporo Verstärkung mitgebracht. Die 24-jährige Hongkong-Chinesin Sabrina Ma musizierte mit Taiko Saito. „Ich bin praktisch der Lehrling der älteren Freundin“, erklärte Sabrina Ma. Eine ihrer vielen Gemeinsamkeiten: Die beiden Solistinnen studierten in Berlin bei David Friedmanns Jazzvibraphon und Komposition. Die musikalische Sprache der mit internationalen Preisen ausgezeichneten Taiko Saito ist jedoch von verschiedenen Musikrichtungen beeinflusst. In Marwitz begann sie auf der Konzert-Marimba klassisch mit einer Eigenkomposition. Wechselte dann zu einer Art Bossa nova, um schließlich das Vibraphon auch mit zwei Geigenbögen zu streichen. Das waren Klänge, die das Publikum so bisher wahrscheinlich noch nicht gehört hatte. Die sympathische Taiko Saito machte immer wieder eine Pause, um mit Esprit und Witz ihre nicht so bekannten Konzertinstrumente zu erklären. Die Marimba ist größer als das Vibraphon, sie besteht aus Holz, in der Regel Rosenholz. Taiko Saito baute kurz die mächtige Marimba auseinander. „Sie klingt tiefer, das Vibraphon, ähnlich dem Xylophon, höher.“ Aus Afrika stammt die Marimba, ein viel gespieltes Instrument ist es in Mittel- und Südamerika. In den 1930er-Jahren wurde sie von einem US-Amerikaner zur Konzert-Marimba umgebaut. Mit vier Schlägern in der Hand stimmte Taiko Saito ein brasilianisches Liebeslied an. Zwischen harten und zarten Schlägen bewegte sich David Friedmanns Marimba-Komposition „Prison“. Posaunist, Komponist und Arrangeur Rob Bauer, der in der Kultur- und Kinderkirche Musik unterrichtet, hatte Taiko Saito nach Eichstädt geholt. Er kennt sie bereits aus Studienzeiten. Bauer ist die Konzertreihe „Ohrenweide“ zu verdanken, die bereits im dritten Jahr in Eichstädt über die Bühne geht. „Sie wird 2010 mit drei oder vier Konzerten fortgesetzt“, kündigte er an.

sim- Märkische Allgemeine Zeitung vom 08.06.09

Mit einem Tusch!

Gewürdigt: die Arbeit und das Engagement des Förderkreises der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt

„Die Kultur- und Kinderkirche steht für den gelungenen Versuch eines Vereins, eine Kirche als geistiges und kulturelles Zentrum einer Gemeinde zu erhalten und sogar zu stärken“, lobte die brandenburgische Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie, Dagmar Ziegler, in ihrer Laudatio. Für die ehrenamtlichen Engagierten des Förderkreises der Kultur- und Kinderkirche ist dieser von der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) Brandenburg e. V. überreichte Kulturpreis der erste überhaupt. Erdmut Schulze, der Vorsitzende des Förderkreises, findet die Auszeichnung gleich „doppelt schön“: Denn auch der Gemeinde Oberkrämer gebühre großes Lob, sagt er. „Wir haben einen sehr guten Draht zueinander.“ Deshalb hatte er gestern prompt einen Dankesbrief an Bürgermeister Peter Leys verfasst. Die Gemeinde war es auch, die den eng mit der Kirchengemeinde kooperierenden Förderkreis auf die SGK-Ausschreibung aufmerksam gemacht hatte. Vor einigen Wochen dann schickten die Mitglieder des Kultur- und Kinderkirchen-Vereins ihre Bewerbungsunterlagen zur SGK-Geschäftsstelle nach Potsdam. „67 Bewerbungen gab es insgesamt“, erzählt SGK-Geschäftsführer Christian Maaß. Sieben davon gelangten in die engere Auswahl für den Preis, der am vergangenen Wochenende bereits zum elften Mal vergeben wurde. Maaß gehörte zur Jury, die auch nach Eichstädt reiste, um Ort und Leute kennenzulernen. Einen „sehr professionellen Eindruck“ habe er gewonnen von Angebot und Präsentation, so Maaß. Dabei treffe das Konzept der Kultur- und Kinderkirche den Grundgedanken des Kulturpreises genau: Es ist eine lokale Initiative, die vor allem durch das Engagement der Ehrenamtlichen lebt, und die Menschen der Umgebung anspricht. Und – auch das war bei der Jury-Entscheidung wichtig – die Kirche ist keine „Eintagsfliege“, sondern längst etabliert. „Vor allem durch das ehrenamtliche Wirken des Vereins ist es gelungen, die sanierte Kirche nicht nur als architektonisches, sondern als ein von Menschen er- und belebtes Zentrum des Ortes nicht nur zu erhalten, es konnte vielmehr revitalisiert werden“, kommentierte Dagmar Ziegler die vielfältigen Aktivitäten von Konzerten und Musikunterricht, bis hin zu Vorträgen und Theater- und Chorproben. Erdmut Schulze war gemeinsam mit Michaela Dingler und Irene und Achim Bartz zur Preisverleihung gereist. Erst wenige Tage zuvor kam die Einladung, da ahnten die Förderkreismitglieder schon, dass sie sich wohl gegen die anderen Bewerber durchsetzen konnten. Den Preis teilen sich die Eichstädter nun mit dem Falkenseer Bürgerverein Finkenkrug. Jeweils 1000 Euro konnten beide Preisträger zusätzlich zu Anerkennung und Urkunde einheimsen. Demnächst wird außerdem noch eine Broschüre erscheinen, in der alle 67 Initiativen noch einmal gewürdigt werden.

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 31.03.09

Preis für Kulturkirche

Sozialdemokratische Gemeinschaft würdigt das Engagement

Der Förderkreis der Kultur- und Kinderkirche (KuKi) Eichstädt erhält morgen den Kommunalen Kulturpreis der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK). Die Auszeichnung wird in Potsdam während einer Festveranstaltung übergeben, teilte der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Günther mit. Sie wird für hervorragende kulturelle Initiative und vor allem von ehrenamtlich tätigen Akteuren getragene Projekte verliehen und ist neben der Anerkennung mit einer finanziellen Zuwendung verbunden. Thomas Günther beglückwünschte den Förderkreis, der eine Bereicherung für die Gemeinde Oberkrämer sei. Um den Preis hat sich der Förderkreis der KuKi selbst bemüht. Insgesamt gab es landesweit 67 Bewerbungen. In diesem Jahr wurden zwei Sieger ermittelt. Den Förderkreis der KuKi gibt es seit 2004. Das Gotteshaus wird seither regelmäßig für Konzertabende in anheimelnder Atmosphäre, musikalische Veranstaltungen sowie Unterricht für Kinder, Lesungen oder Erzählreihen genutzt und ist über die Grenzen Oberkrämers hinaus bekannt. Seit 2006 steht die KuKi unter der Schirmherrschaft von Kara Huber, die sich als Grundschulpädadogin und Ehefrau des Bischofs Wolfgang Huber für kulturelle Ziele im Land stark macht.

hw- Oranienburger Generalanzeiger vom 28.03.09

Ausgezeichnet

Kultur Förderverein der Kinderkirche wird geehrt

Der Förderverein der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt wird heute in Potsdam mit dem kommunalen Kulturpreis ausgezeichnet. Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) verleiht diese Auszeichnung bereits zum elften Mal für hervorragende kulturelle Initiativen, Projekte oder Aktivitäten im Land Brandenburg. Die Laudatio übernimmt Arbeits- und Sozialministerin Dagmar Ziegler. Die SGK freut sich, mit dem Förderverein der Kultur- und Kinderkirche eine erfolgreiche ehrenamtlich getragene Kulturstätte auszeichnen zu können. Vor allem durch das Wirken des Vereins sei es gelungen, die sanierte Kirche nach dem teilweisen Rückzug der Kirchengemeinde nicht nur als architektonisches, sondern als ein von Menschen er- und belebtes Zentrum des Ortes zu erhalten . In diesem Jahr haben sich 67 Vereine, Projekte und Initiativen beworben. Außer dem Eichstädter Förderverein wird außerdem der Bürgerverein Finkenkrug ausgezeichnet.

MAZ- Märkische Allgemeine Zeitung vom 28.03.09

Afrojazz auf dem Klavier ohne weiße Tasten

Die Band «African Aspects» gab am Freitag in Eichstädt ein mitreißendes Konzert

Die kleine Eichstädter Kirche wurde am Freitagabend zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Zusammenpralls zweier musikalischer Welten. Die Band African Aspects, ein Projekt der beiden in der Eichstädter Kirchengemeinde gut bekannten Musiker und Komponisten Silvia und Robert Bauer, spielte im Rahmen der Konzertreihe «Ohrenweide» eine Mischung aus europäischem Jazz und typischen afrikanischen Klängen. Klassische Instrumente wie Bass, Posaune oder Schlagzeug wurden ergänzt durch ein Balafon, ein uraltes, afrikanisches «Klavier aus Holz ohne weiße Tasten», wie Silvia Bauer meint. Beide Musikrichtungen hätten viel miteinander zu tun, erklärt Robert Bauer. Jazz komme zum Teil aus Afrika. Das Schöne daran sei, dass der Rhythmus noch wichtiger ist. «Die Musik soll in erster Linie Spaß machen und tanzbar sein», meint Silvia Bauer. Damit traf das Quintett aus fünf Berliner Musikern, die sich an der Musikhochschule Hanns Eisler kennengelernt hatten, genau den Nerv der rund 50 Gäste. Sie ließen sich von der impulsiven, lebensfrohen Stimmung der Songs wie «Pas de Lezard» (Mach dir keine Sorgen) und der imposanten Stimme von Sängerin Conny Voss begeistern und klatschten rhythmisch im Takt mit.
Vor einem Jahr spielten African Aspects in Eichstädt schon einmal. Auf Wunsch der Gemeinde kamen sie nun wieder. Nach der Vorstellung am Freitag dürfte es nicht das letzte Mal gewesen sein.

stv- Märkische Allgemeine Zeitung vom 09.02.09

Jazz auf afrikanisch

\"African Aspects\" spielten in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt

Filigrane Posaunensoli, treibende Bassläufe, swingende Schlagzeug-Rhythmen und ein Gesang in der afrikanischen Sprache Swahili - die Klänge, die den etwa 40 Besuchern der Kultur- und Kinderkirche am vergangenen Freitagabend präsentiert wurden, waren ungewohnt, kamen aber trotzdem gut an. Das Berliner Jazz-Quintett \"African Aspects\", bestehend aus dem Ehepaar Silvia (Schlagzeug, Balafon) und Robert Bauer (Posaune, Horn, Gesang) , Simon Bauer (E-Bass), Marcin Lonak (Schlagzeug, Vibrafon) sowie Conny Voss (Gesang), spielte in dem eineinhalbstündigen Programm insgesamt zwölf Lieder, darunter zwei Eigenkompositionen von Robert Bauer. Wie es der Name des Ensembles bereits andeutet, bot es dem Publikum eine afrikanisch angehauchte Interpretation des Jazz. \"Wir wollen damit den Einfluss afrikanischer Musik auf den Jazz zeigen\", sagte Robert Bauer. Die Gattung des Jazz, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entstand, sei so anfangs von der afroamerikanischen Bevölkerung gespielt worden, die die musikalischen Traditionen ihrer Herkunftsländer in den Jazz einbrachte. Verdeutlicht wurde dies am Freitag durch das von Silvia Bauer gespielte Balafon. Das in Europa eher unbekannte Schlaginstrument besteht aus mehreren Holz-Klangstäben und wird auf ähnliche Weise wie ein Xylofon bespielt. So spielten \"African Aspects\" mit diesen exotischen Klängen und gaben eine bunte Mischung aus lauten, leisen, verspielten und ruhigen Melodien zum Besten. Das Pub likum honorierte die Darbietung mit kräftigem Applaus; besonders die Posaunensoli von Robert Bauer sorgten für Begeisterung. Der Abend fand im Rahmen der Eichstädter Konzertreihe \"Ohrenweide\" statt, die bis Juni des Jahres monatlich ein Konzert in der Kirche veranstaltet. Beim nächsten Mal spielt am 13. März das Dresdener Liedermacher-Duo Mara & David.

- Oranienburger Generalanzeiger vom 08.02.09

Berliner Jazzchor in Eichstädt

>EICHSTÄDT – Highlights aus der Zeit von den dreißiger Jahren bis heute präsentiert der Jazzchor «Blue Wednesday» aus Berlin in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt am heutigen Freitag. Mit Schlagzeug, Kontrabass und der Unterstützung von Jugendlichen aus der Kultur- und Kinderkirche soll der diesjährige Auftritt ein unterhaltsames Konzerterlebnis werden. Schon im vergangen Jahr überzeugte «Blue Wednesday» mit dem Dirigenten und Arrangeur Rob Bauer die Konzertbesucher in Eichstädt. «Just take that rhythm - give it everything you\'ve got» heiBt die Idee des Chores, der seine Zuhörer durch die Zeit von Swing und Jazz führt. Mit viel Liebe zum musikalischen Detail und Gesangsfreude entsteht ein abwechslungsreiches Repertoire, das sich anspruchsvoll durch die Zeiten und Stile bewegt. Am Freitag, dem 7. März 2008, um 19 Uhr singt der Berliner Jazzchor «Blue Wednesday» in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt.

- Märkische Allgemeine Zeitung vom 07.03.08

Groove aus jungen Kehlen

Nach einem fulminanten Auftritt des Berliner Jazzchors «Blue Wednesday» in der Kultur- und Kinderkirche in Eichstädt im vergangenen Jahr dürfen sich Besucher wieder auf ein Konzert der Jazztruppe freuen: Heute ab 19.30 Uhr singt das Vokalensemble dort Swing und Jazz der dreiBiger Jahre bis heute. Damit erfüllen die Veranstalter den Wunsch vieler begeisterter Besucher vom vergangenen Jahr. Der Chor wird zum Teil von Jugendlichen unterstützt, in der Kultur- und Kinderkirche aktiv sind. Gemeinsam mit Kontrabass und Schlagzeug sorgen sie für den nötigen Groove.

- Märkische Allgemeine Zeitung vom 07.03.08

Jazz & Swing im Chor

Blue Wednesday singen am Freitag

Eichstädt (WS). Am Freitag, dem 7. März, singt um 19.30 Uhr der Berliner Jazzchor Blue Wednesday in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt.
Blue Wednesday ist ein Chor, ein Vokalensemble und eine Jazz-Gruppe in einem. Der Jazzchor aus Berlin präsentiert bekannte und weniger bekannte Highlights aus der großen Zeit des Swing und Jazz - also den dreißiger Jahren bis heute. Bereits im letzten Jahr war Blue Wednesday mit seinem Dirigenten-Arrangeur Rob Bauer zu Gast bei der Eichstädter Ohrenweide.
Das diesjährige Folgekonzert (mit neuem Programm) entspricht dem Wunsch vieler Besucher der letztjährigen Konzertreihe. Begleitet von Kontrabaß und Schlagzeug, und in Teilen des Programms unterstützt von Jugendlichen, die in der Arbeit der Kultur- und Kinderkirche aktiv sind, verspricht der Auftritt von Blue Wednesday auch dieses Jahr wieder ein so anspruchsvolles wie unterhaltsames Konzerterlebnis zu werden.

- WochenSpiegel vom 05.03.08

Eindrücke vom heutigen Petersburg

EICHSTÄDT – Eindrücke seines einjährigen Aufenthaltes in St. Petersburg möchte Norbert Nippraschk aus Neuruppin morgen ab 19.30 Uhr in der Kultur- und Kinderkirche schildern. Nippraschk hat 2006/2007 ein soziales Jahr in der russischen Stadt absolviert. Er wird von seiner Arbeit in einem Heim fur geistig behinderte Menschen berichten. Mit der Erzahlreihe ,«Land & Leute» möchte der Förderkreis ,«Kultur- und Kinderkirche» den Besuchern nicht nur touristische Eindrücke vermitteln, sondern auch menschliche Schicksale näherbringen. Es ist noch keine 100 Jahre her, da verbrachte die russischen Zarenfamilie ihr luxuriöses Leben im Palast Peterhof südlich von St. Petersburg. Rundherum herrschten Hunger und Elend. Niemand scherte sich darum. Heute erstrahlt die Stadt wieder in altem Glanz. Die Touristen strömen in Scharen in die Eremitage und die Peter-und-Paul-Festung. Edel-Boutiquen am Nevskij-Prospekt, hektisches Geschäftsleben und teure Limousinen prägen das Bild. Eine reiche Oberschicht hat sich auch in St. Petersburg etabliert. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ähnelt dem der Zarenzeiten. In der Nähe des Peterhof-Palastes existiert eine kleineGruppe von Menschen, diean den Rand der Gesellschaft gedrückt ist. Mehr als 1000 Patienten sind in einem «Psycho-neurologischen Institut» untergebracht, es ist eher ein Aufbewahrungsort fur geistig Behinderte. In dieser Klinik hat Robert Nippraschk sein soziales Jahr verbracht. Was er unter anderem dort erlebt hat, ist am Freitagabend zu hören.

- Märkische Allgemeine Zeitung vom 14.02.08

Die klingenden Kürbisse

Ein hörenswerter Ausflug zur afrikanischen Jazzkultur

Der Erfolg ist verdient: Beim nunmehr zweiten Konzert der Reihe «Eichstadter Ohrenweide» in diesem Jahr war die Kultur- und Kinderkirche mal wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit durchweg zufriedenen Zuhörern.

EICHSTÄDT – Manenberg ist ein Ortsteil von Kapstadt. Einer, in dem die Geschichte Südafrikas noch heute überdeutlich sichtbar ist. «Manenberg» heißt auch ein Song von Abdullah Ibrahim, komponiert in den 70er-Jahren. Schnell avancierte das Stück damals zu einer Art inoffizieller Hymne fur all jene, die sich gegen die Apartheid wehrten. Natürlich spielten auch die Musiker von «African Aspects» am Freitagabend in der Kultur- und Kinderkirche dieses noch heute in Südafrika überaus populäre Stück. Wie überhaupt einige Werke Ibrahims das Programm mit afrikanisch inspiriertem Jazz prägten.
«African Aspects» ist ein neues Band-Projekt von Silvia Bauer, die gemeinsam mit ihrem Mann Robert Bauer regelmafiig Musikunterricht fur Kinder und Jugendliche in Eichstädt anbietet und überdies mit ihm das überaus hörenswerte «Ohrenweide»-Programm verantwortet. Einige der Jugendlichen durften gleich mit den professionellen Musikern – neben Bauers Kontrabassist Simon Bauer und Schlagzeuger und Vibraphonspieler Marcin Lonak – auf die kleine Bühne im Chorbereich. Ganz lässig gab etwa die elfjährige Liza Tege den Takt vor, die auch bei Silvia Bauer Schlagzeugunterricht nimmt. Die Musikerin wurde denn auch gleich in der Pause, fur die der Förderverein der Kirche wieder thematisch passende Gaumenkitzler vorbereitet hatte, von interessierten Eltern auf ihre Profession angesprochen.
Und auf das Balafon, ein vor allem in Westafrika verbreitetes Instrument, das bei einigen der eigenen Kompositionen von Silvia und Robert Bauer zu hören – und zu erleben – war. Meist mit geschlossenen Augen ließ sie ihr Balafon «spre-chen», wie es in Afrika heißt. Dort werden Variationen dieses Instrumentes, bei dem ausgehöhlte Flaschenkürbisse als Resonanzkörper dienen, oft von gleich mehreren Musikern bespielt.

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 11.02.08

Konzert in der Kirche

Afrikanische Musik und Jazz

Eichstädt (WS). Am Freitag, dem 8. Februar, spielt um 19.30 Uhr «African Aspects» in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt. Das neue Projekt der Schlag-zeugerin und Percussionistin Silvia Bauer bringt zwei musikalische Welten zusammen - den Jazz und die afrikanische Musik. Auch Stücke aus dem Jazzbereich sind im Programm, und zwar sowohl aus dem Repertoire afrikanischer Musiker wie Abdullah Ibrahim und Miriam Makeba, als auch afrika-bezogene Kompositionen amerikanischer und europäischer Jazzmusiker. Die Besetzung des Quartetts mit Balafon, Vibraphon, Schlagzeug, Kontrabaß und Baßflügelhorn ist ungewöhnlich – vielleicht weltweit einzigartig. Fur die afrikanischen Klänge und Rhythmen ist der Klang der Band aber wie geschaffen. Durch die Kombination afrikanischer und europäischer Instrumente findet die Brücke zwischen den Kontinenten auch klanglich statt.

- WochenSpiegel vom 30.01.08

Eine lange und beschwerliche Reise

Mädchen und Jungen des Kirchenkreises Oranienburg
führten am Wochenende dreimal das Kindermusical
«Die Legende vom IV. König» auf:
In Velten, Birkenwerder und Eichstädt.

VELTEN – Schwer bepackt mit Geschenken begab sich der kleine Simon aus Bärenklau als IV König am Sonnabend auf eine Reise. Eine lange und beschwerliche Reise, die er gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen in der evangelischen Kirche in Velten erlebte. Zusammen spielten und musizierten sie am Wochenende die «Legende vom IV König».
Traditionell fahren Kinder und Jugendliche des Gemeindekreises Oranienburg im Winter für eine Woche nach Waldsieversdorf in der Märkischen Schweiz. Dort erarbeiten sie ein Musical. Die Idee für das diesjährige Stück „Die Legende vom IV. König\" hatte Udo Semper aus Oranienburg. Die Texte entnahm er dem gleichnamigen Buch von Edzard Schaper. Die Musik für Band, Chor und Solisten zu den nachdenklichen, aber durchaus auch fröhlichen Texten schrieb Sylvia Ohse, Regionalkirchenmusikerin in Oberkrämer, die das Musical mit den Kindern einstudierte. Doch geht es bei den Kindersingtagen keineswegs nur um die Musik. «In dieser gemeinsamen Zeit lernen die Kinder und Jugendlichen aufeinander zu achten und sich auseinanderzusetzen», erklärt Ohse. Ein Prinzip, das deshalb so gut funktioniere, weil die Großen eine Art Patenschaft für die Kleineren übernommen hätten. Zudem bekämen die Kinder und Jugendlichen in den Singetagen viele Werte vermittelt.
Die «Legende vom IV König» erzählt von einem jungen Mann, der sich mit Geschenken aufmachte, Gottes Sohn in Bethlehem zu huldigen. Also folgte Simon alias der IV König dem Stern und traf auf die Drei Heiligen Könige, die zunächst bewzweifelten, ob solch ein armer Schlucker bei Gottes Sohn überhaupt gern gesehen wird. Doch die Mitbringsel überzeugten schließlich. Während die drei wieder in aller Eile dem Stern nach Bethlehem folgten, ließ sich der Vierte im Bunde von allerhand menschlichen Nöten aufhalten. All sein Hab und Gut gab Simon denen, die seine Hilfe brauchten. Schließlich erkaufte er einem Jungen die Freiheit und wurde an dessen Stelle Galeerensklave.
Als der IV. König nach 30 Jahren endlich freikommt, sieht er plötzlich den Stern wieder, und nun folgte auch er ihm in großer Eile. Doch bringt der Stern ihn nicht nach Bethlehem, sondern bleibt über einem Kreuz auf dem Hügel Golgatha stehen. An diesem hängt Jesus und schaut den IV König an. Da wusste dieser, dass er den richtigen Weg gegangen war.
Nicht nur die kleinen Darsteller hatten sichtlich Spaß an der Vorstellung. Auch das Publikum verfolgte die tolle Umsetzung der Geschichte des TV Königs mit Begeisterung. Mit einfachen, aber sehr fantasievollen Mitteln haben die Kinder und Jugendlichen innerhalb von nur einer Ferienwoche viel geschaffen: So gestalteten sie wunderschöne Bilder, die mit einem Beamer als Kulisse an die Wand projiziert wurden. Aus alten Kartons bastelten sie eine Galeere, die über das tosende Meer aus wedelnden aufgeschnittenen Mülltüten dahin trieb.
Einer der Jugendlichen war der 14-jährige Jonas aus Bötzow. Er spielte den IV König nach dessen Entlassung aus der Gefangenschaft: Lampenfieber habe er nicht gespürt. Schließlich sei er es nach sechs Jahren bei den Kindersingtagen schon gewohnt, auf der Bühne zu stehen. Am besten habe ihm die Musik gefallen, aber auch die Geschichte sei ganz gut gewesen: «Man hat ja schon gehört, dass Jesus die Armen mehr als die Reichen mag, da ergibt die Geschichte einen Sinn», fügt er hinzu.

Johanna Braun- Märkische Allgemeine Zeitung vom 21.01.08

Mit Pauken und sechs Trompeten

Das Ensemble «Zephir» aus Mainz gastierte in der Eichstädter Kulturkirche

EICHSTÄDT – Mit Pauken und Trompeten wurde in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt das neue Jahr begrüßt. Wobei die Betonung auf «Trompeten» liegt, die im «Trompetenensemble Zephir» die von Silvia und Rob Bauer initiierte Veranstaltungsreihe «Ohrenweide» wie jubelnde Fanfaren eröffneten. Dazu diente den sechs Bläsern und einer Schlagzeugerin die Barockkomposition «Trumpet Tune and Air» von Jeremiah Clarke (1674 bis 1707). Ein Stück, bei dessen Klang der Einmarsch von Gästen vor 300 Jahren zu einem Fest bei Hofe vorstellbar ist.
Und zu einem Fest der Musik gestaltete «Zephir» auch das Konzert am Freitagabend. Dazu trug nicht nur der Glanz vieler verschiedener Blasinstrumente wie Trompeten, Kornette, Euphonien, Flügelhörner und der Kerzenschein am noch vorhandenen Weihnachtsbaum bei, sondern auch die etwa 100 Besucher, die den Raum bis auf den letzten Platz füllten.
Sie kamen mit großen Erwartungen, und das aus Mainz angereiste junge, aber bereits renommierte Ensemble erfüllte sie auf ungewöhnliche Weise. Nicht nur, indem jeder Musiker im Wechsel sowohl das eine als auch das andere Blechblasinstrument auf solistischem Niveau zu spielen wusste. Sie hatten ihrem Klangkörper zudem die von Claudia Stang bedienten Pauken, Schlagzeug und Marimba einverleibt. Und für Leopold Mozarts (1679 bis 1736) «Sinfonia für Alphorn» sogar ein etwa drei Meter langes aus Holz bestehendes Alphorn mitgebracht, das Platz bis in die Zuschäuerreihen benötigte.
Der erste Teil des Konzertes war klassischen Werken von Michael Praetorius über Johann Sebastian Bach bis Antonio Vivaldi vorbehalten. Dafür hatten Ingmar Kreibohm und Georg Birner zum Teil eigene Arrangements geschrieben, bei der die Bläser sowohl die ursprünglich vorgesehenen Violinen als auch den Basso continuo «ersetzen». Und das auf sehr eigene, klangstarke Weise. Die wurde noch betont, wenn sich die Musiker zusätzlich auf Orgel- und Seitenemporen platzierten und der «Fanfare For St. Edmundsbury» von Benjamin Britten (1913 bis 1976) zu beeindruckender Raumwirkung verhalfen.
Hinsichtlich ihrer Darbietungsweise wussten sich die Künstler nach der Pause noch zu steigern. Etwa, wenn sie die eigens für sie von Rob Bauer komponierten Stücke «Zephirs Pantango» intonierten, das stellenweise an Piazzolla erinnerte, oder auf sechs Didgeridoos aus PVC-Rohren sein «Rain Dance» uraufführten. Letzteres ein Stück, das das Klangspektrum durch ganz ungewöhnliche Urwald-, Unterwasser- oder welcher Vorstellungskraft auch immer entwachsenen Töne bereicherten. Zum krönenden Abschluss gestaltete sich das «Trumpet Concerto» von Harry James (1917 bis 1983). Arrangiert von Georg Birner und als Solotrompeter diesmal der großartig aufspielende Patrik Arnold, riss es die Zuhörer zu Begeisterungsrufen hin, faszinierte durch Rhythmus, Virtuosität und die Spielfreude dieser jungen Musiker, die es perfekt verstehen, ihren verschiedenen Blechblasinstrumenten neue Wege zu öffnen.

Rotraud Wieland- Märkische Allgemeine Zeitung vom 07.01.08

Mal wieder die Ohren weiden bei königlichen Legenden

Kindermusical, Konzerte, Reiseberichte – Vielfalt in der Kirche

Für Kulturliebhaber ist die Kirche Eichstädt längst zu einem Anziehungspunkt geworden. Ein Ausblick auf die Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2008.

EICHSTÄDT – Mal in die Pyrenäen, nach Sankt Petersburg oder Finnland. Mal Musik aus Schottland oder afrikanische Rhythmen. In der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt kann man reisen. Immer wieder, immer weiter. Und muss eben doch nur jenes Gotteshaus besuchen, das seit 2005 durch den Förderverein Kultur- und Kinderkirche Eichstädt zu einer Stätte gerade auch für musikalische Ausflüge geworden ist. Im vergangenen Jahr wurde erstmals die Musikreihe «Eichstädter Ohrenweide» initiiert durch Silvia und Rob Bauer. Die beiden Berliner unterrichten seit 2005 an der Kirche, vornehmlich Kinder besuchen ihre Kurse im Flöten- oder Schlagzeugspielen. Beide sind selbst Mitglied in gleich mehreren Ensembles, treten also hin und wieder in der Kirche selbst mit auf. So auch am 8. Februar, wenn Schlagzeugerin Silvia Bauer mit ihrem Quartett «African Aspects» Jazz mit afrikanischen Klängen kombiniert. Oder am 7. März: Der Jazz-Chor «Blue Wednesday», der im vergangenen Jahr schon mal die Besucher in Eichstädt begeisterte, wird von Rob Bauer geleitet. Jazz- und Swing-Songs der 30er-Jahre und bis heute gehören zum Repertoire der jungen Sängerinnen und Sänger. Eröffnet wird die Ohrenweide-Reihe heute mit dem Trompetenensemble «Zephir».
Einer der wohl wichtigsten Vertreter frei improvisierter Musik ist der Posaunist Conny Bauer, der am 11. April erwartet wird. Eine Balance zu finden zwischen Improvisation und Komposition ist Credo von «Open Rivers», elektronische Musik, die durch Saxophon, Gitarre und Schlagzeug erweitert wird, am 9. Mai zu erleben. Die diesjährige «Ohrenweide» endet am 6. Juni mit «Unicorn» und «neuen Ideen zu Alter Musik». Doch das Programm der Kultur- und Kinderkirche ist noch längst nicht erschöpft: Bereits am 20. Januar werden Kinder der Region das Musical «Die Legende vom 4. König» aufführen. Am 25. Januar wird über eine Motorradreise durch die Pyrenäen, am 15. Februar über einen Besuch in St. Petersburg berichtet. Ein Wunschkonzert für Querflöte und Klavier bieten Dieter Ebert und Ralf Teichert am 23. Mai. Die zwei werden auch am 14. November zu hören sein. Vorträge, ein Basar und weitere Konzerte sind bereits festgeplant. Info Veranstaltungen in der Kultur- und Kinderkirche beginnen üblicherweise um 19.30 Uhr, das Kindermusical am 20. Januar startet um 15 Uhr. Detaillierte Infos unter

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 04.01.08

Termine online

Kultur-Kirche Eichstädt im Netz

EICHSTÄDT – Ab sofort kann das Programm der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt im Internet abgefragt werden. Zusätzlich zur eigentlichen Terminlistung finden sich Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen, neben Konzerten gibt es beispielsweise auch Vorträge. Außerdem wird das musikalische Erziehungsangebot vorgestellt. Denn neben Flötenunterricht können auch Schlagzeugspielen und das Spielen diverser Blasinstrumente erlernt werden. Es gibt Chöre für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Auftrittprojekte für jüngere Kulturfreunde. Das Programm der «Eichstädter Ohrenweide», die morgen um 19.30 Uhr mit dem Konzert des renommierten Mainzer Trompetenensembles «Zephir» in ihre zweite überaus hörenswerte Saison startet, ist bereits bis Juni gelistet.

- Märkische Allgemeine Zeitung vom 03.01.08

Musical für Kinder

Kultur-Kirche Eichstädt im Netz

EICHSTÄDT – Für Kinder von Kindern ist das Musical, das am 20. Januar in der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt Premiere haben wird. «Die Legende vom 4. König» wird in der kommenden Woche in Waldsieversdorf von Kindern aus Oberkrämer und Umgebung einstudiert. Auch das Bühnenbild wird von ihnen entworfen werden. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr.

- Märkische Allgemeine Zeitung vom 03.01.08

Angenehmer Nachklang

Silvia und Robert Bauer ziehen positive Bilanz der Eichstädter Konzertreihe «Ohrenweide»

OBERKRÄMER – Seit dem vergangenen Jahr geben die Musiker Silvia und Robert Bauer in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche Musikunterricht. Sie haben sich – mit verschiedenen Formationen – mit der Konzertreihe «Ohrenweide» bekannt gemacht. Als Musiklehrer für Kindergruppen und einzelne Schüler fühlen sich Silvia und Robert Bauer gut aufgenommen. Mit den Trommlern gibt es am Donnerstag, 5. Juli, noch ein Konzert zum Schulabschluss. Nach den Sommerferien will Silvia Bauer ihren Schlagzeugunterricht jeden Donnerstag statt wie bisher 14-tägig anbieten. Zusätzlich zu den beiden Flötengruppen will Robert Bauer eine dritte einrichten, die sich mittwochs ab 14.30 Uhr treffen soll. Auch die Blechbläser freuen sich noch über Verstärkung.
Die sechs Musikabende in der Eichstädter Kirche seien unterschiedlich, aber insgesamt sehr positiv aufgenommen worden, meinen die Musiker, die sich auch schon ein Stammpublikum «erspielt» haben. «Die elektroakustischen Klangbilder haben die meisten Fragen aufgeworfen», sagt Robert Bauer. Das Publikum in Eichstädt sei Neuem gegenüber aber durchaus aufgeschlossen, so sein Eindruck. Zudem sei die Kirche selbst ein Veranstaltungsort mit guter Akustik und einem besonderen Flair. Die beiden schätzen die Zusammenarbeit mit dem Förderkreis der Kultur- und Kinderkirche. Ob und in welcher Form es eine Neuauflage von «Ohrenweide» gibt, steht noch nicht fest. Der Förderkreis hat schon einige neue Konzerte geplant, unter anderem mit dem japanischen «Duo Bressan». «Wir werden aber bestimmt auch wieder Abende mit Silvia und Robert haben», hofft Wolfgang Täger vom Förderkreis.
«Vielleicht können wir nächstes Jahr auch was mit der Laienspielgruppe gemeinsam machen», überlegt Robert Bauer – eine Idee, die vor allem die Vehlefanzerin Ute Köhler, die die Stücke aussucht und mit der Gruppe einstudiert, sofort begeistert aufgreift. «Dann zeigen wir nächstes Jahr ein Musical.»

Heike Weißapfel- Oranienburger Generalanzeiger vom 15.06.07

Ganz leise, ganz außergewöhnliche akustische Musik

Konzertreihe «Eichstädter Ohrenweide» endete – zunächst:

Silvia und Robert Bauer versprechen weitere Konzertereignisse

EICHSTÄDT – Manchmal klingen die so unterschiedlichen Instrumente Posaune, Gitarre und Kontrabass in ihrer Ursprünglichkeit wie ein Glasperlenspiel. Manchmal begegnen sie sich im erzählend-lethargischen Rhythmus, manchmal in jazzigem Plauderton. Musik, die auch ungewöhnliche Klangbilder entwirft und zweierlei bewirkt: die Augen zu schließen und zu träumen oder den Rhythmus in leichten Körperbewegungen aufzunehmen.
Die etwa 25 Zuhörer in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche genießen am Sonnabendabend konzertanten, gebrochen-virtuosen, man könnte ihn auch kammermusikalischen Jazz nennen. Mit «leiser akustischer Musik» war das Konzert angekündigt. Wobei sich Rob Bauer auf der Posaune, Daniel Wirtz an der Gitarre und Marco Chacon am Kontrabass nicht nur von der die Veranstaltung eröffnenden Michaela Dingler die Frage stellen lassen mussten: «Was ist akustische Musik? Ist Musik nicht immer mit Akustik verbunden oder gibt es auch noch eine andere Musik?» Rob Bauer versuchte es mit der Darbietungsweise zu erklären: Akustik als Programm, das pur, ohne Verstärker, ohne Mikrofon, zusammengefügt nur durch das gegenseitige Hören der Musiker dargeboten würde. Und da es musikalisch hochtalentierte, miteinander harmonisierende Persönlichkeiten braucht, um in dieser sensiblen Tonsprache miteinander zu kommunizieren, nennen sie sich «Tridiot». Ein aus dem Griechischen stammender Begriff, in dem sich die Bezeichnung Trio verbirgt. Das ebenfalls enthaltene «idios» sei nicht etwa mit Idiot, sondern mit «persönlich, eigen, besonders» zu übersetzen, wodurch bereits das musikalische Anliegen offenbar wird. Ein wenig stilisiert «Tridiot» natürlich das Besondere, das aber die sichtbare Freude der drei am musikalischen Experimentieren nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, spürbar wird sie besonders, wenn sie bei «Fünf Finger hat die Hand» oder «Dreierlei» Bauers Eichstädter Musikschüler Flöte und Percussion spielend mit einbeziehen und damit das musikalische Erlebnis perfekt machen. Das gestaltet sich bei «Dreierlei» zu einem quirligen Ohrwurm und bei «Cannon» zu einem rebellischen Stück, in dem die Kinder und Jugendlichen, diesmal sogar auf der Empore, mit den drei Musikern nicht nur dialogisieren, sondern vom Leisen weg provozieren. Nach Eigenkompositionen und bekannten Jazztiteln endete das Konzert mit «Echoes Of Harlem» von Duke Ellington. Damit endete gleichsam der letzte musikalische Ausflug auf die «Eichstädter Ohrenweide». Rob Bauer, der zusammen mit seiner Frau Silvia Bauer die filigrane akustische Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen hatte, versprach für das nächste Jahr eine neue Idee. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Mitgliedern des Förderkreises für ihre Unterstützung und Gastfreundschaft. Die verwöhnen die Gäste immer auch mit einer kulinarischen Überraschung. Diesmal versüßten sie ihnen das Konzert mit selbst angesetzter Erdbeerbowle, Schaumküssen oder Knabbergebäck und hielten ebenso Bier und alkoholfreie Getränke bereit.

Rotraud Wieland- Märkische Allgemeine Zeitung vom 12.06.07

Grasen auf der Ohrenweide

Rob Bauer Consort spielte Big-Band-Jazz in der Kultur- und Kinderkirche

EICHSTÄDT «Kommen Sie mit auf die Ohrenweide zum musikalischen Grasen», lud Erdmut Schulze die zahlreich erschienenen Gäste in der Eichstädter Kirche ein. Der Vorsitzende des Förderkreises der Kultur- und Kinderkirche versprach nicht zuviel, als er am späten Freitag einen «interessanten Abend» mit «geheimnisvoller Musik\" ankündigte.
Das Rob Bauer Consort verzauberte sein Publikum mit kammermusikalischem Big-Band-Jazz, was karibische, afrikanische und Dixieland-Klänge in merkwürdiger und doch einzigartiger Weise vermischte. Manchmal beschlich einen das Gefühl, man sitze in einem Schwarz-Weiß-Film von Edgar Wallace, es fehlten nur der Detektiv und das Mordopfer.
Die Eichstädter Ohrenweide ist eine Konzertreihe, die von Robert und Silvia Bauer zusammengestellt wurde. Beide sind damit die Nachfolger der langjährigen Marwitzer Kirchenmusikerin Gisela Semper. Zehn Musikerinnen und Musiker mit insgesamt 16 Musikinstrumenten spielten Kompositionen aus der Astrid-Lindgren-Verfilmung von «Ronja Räubertochter», belgische Big-Band-Lieder oder den Marathon-Blues. Den hatte Robert Bauer extra für die Läufer des Berlin-Marathons vor drei Jahren geschrieben. «Wir haben damals den Marathon-Blues direkt an der Laufstrecke gespielt», erzählt der 29-jährige Robert Bauer. Als Gast oder elftes Instrument, wie Bauer ankündigte, spielte Marieke Schütte eine große, hellbraune Harfe. Auf Trompeten, Hörnern, Posaunen und Schlagzeug spielten die jungen Musiker einen Mix aus Jazz und Kammermusik, gemischt mit erzählenden Klanggeschichten und mitreißenden Swingeinlagen. Arturo Pantaleön begeisterte das Publikum außerdem mit seiner Kunst, Muschelschalen Töne zu entlocken. Muscheln unterschiedlicher Größe dienten dabei als Instrumente. Zu guter Letzt wurden die Besucher noch mit Getränken und Brezeln versorgt. «Wir freuen uns sehr, dass unser kulturelles Angebot so gut angenommen wird», sagte Wolfgang Täger vom Vorstand des Fördervereins der Kultur- und Kinderkirche nach diesem musikalischen Spaziergang. Drei Konzerte der geheimnisvollen Art gibt es noch. Und die werden immer harmonischer, versprach Rob Bauer.

Anja Bartelt- Märkische Allgemeine Zeitung vom 12.03.07

Kirche als «Ohrenweide»

Konzertreihe wird fortgesetzt

EICHSTÄDT – «BlueWednesday» ist ein ungewöhnlicher Chor. Denn die 2003 gegründete Truppe singt Jazz. Robert Bauer, Gründer und Leiter des Chores, hatte die Sängerinnen und Sänger bereits einmal in die Kultur- und Kinderkirche nach Eichstädt gelotst. Denn hier arbeiten er und seine Frau Silvia seit September regelmäßig, unterrichten vornehmlich Kinder und Jugendliche im Spielen von Blechblasinstrumenten und Schlagzeug.
Jene Chor-Probe damals war jedoch eine nichtöffentliche, vielmehr wollten Robert Bauer und «Blue Wednesday» einige Songs aufzeichnen. «Die Akustik in der Kirche ist ganz toll», schwärmt der 29-Jährige. Am kommenden Freitag nun wird der Chor in Eichstädt öffentlich zu erleben sein. Um 19.30 Uhr wird das Konzert mit swingenden Liedern aus der großen Ära dieser Musik – aus den 30er-Jahren – bis heute beginnen.
Dieser Auftritt ist dann bereits das zweite Konzert der neuen Musikreihe «Eichstädter Ohrenweide», die Silvia und Robert Bauer initiiert haben. Der Förderverein der Kultur- und Kinderkirche hatte das angeregt, damit die beiden nicht nur ihren Musikschülern als Lehrer bekannt würden, sondern darüber hinaus auch als Jazz-Musiker einem interessierten Zuhörerkreis. Die Ansätze ihrer insgesamt sechs Konzerte zeigen das breite Spektrum ihrer bevorzugten Musikrichtung. Beim ersten Termin im Januar improvisierten beide, erzeugten elektroakustische Klangbilder. Mit seinem Consort tritt Rob Bauer am 9. März auf. Am 13. April dann wird Tilmann Dehnhard erwartet. Als Solokünstler bietet der Flötist ein besonderes Erlebnis: «Flötistische Bauchrednerei» nennt er seine Atemexperimente. Viel ist er in der Welt unterwegs, um sich aus fernen Ländern neue Inspirationen mitzubrin gen. Rumba ohne Tilmann Dehnhards Saxophon sei nicht dasselbe, schrieb ein Fan aus Kolumbien im Gästebuch seiner Homepage.

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 13.02.07

Mal die Ohren weiden

Silvia und Robert Bauer bereichern die Kultur- und Kinderkirche

EICHSTÄDT – Sanfter Jazz läuft im Hintergrund. Dabei steht diese Musikrichtung bei Silvia und Robert Bauer unbedingt im Vordergrund: Die beiden Musiker sind in mehreren Ensembles aktiv, auch ihr eigens für die Kultur- und Kinderkirche ersonnenes Halbjahresprogramm «Eichstädter Ohrenweide» ist geprägt vom Jazz.
Entpnt sitzen die zwei auf ihrer Couch in ihrer Wohnung im Berliner Wedding. In der Dachetage darüber haben sie sich einen Probenraum eingerichtet. Sogar der Jazz-Chor «Blue Wednesday» trifft sich hier. Obwohl sie den Raum ausreichend isoliert hatten, sorgte wohl eine Kaminverbindung ins Erdgeschoss im dortigen Steuerbüro für etwas Verwunderung über die Musik. Irgendwann trafen Mitarbeiter des Büros die Bauers. Und Robert Bauer erkannte die Mutter eines Jungen, den er zu der Zeit in Bötzow unterrichtete. Die hatte durch den Kamin auch das Schlagzeug Silvia Bauers registriert. Und gleich Interesse bekundet, ihren Sohn auch darin unterrichten zu lassen. Die Idee kam auf, die damals zuständige Kirchenmusikerin Gisela Semper zu kontaktieren. Bauers, beide erfahren auch in der Vermittlung von Musik, trafen sich mit ihr. Gisela Semper, die bereits dabei war, sich von der Region zu verabschieden, schlug vor, dass die von ihr bis dato angebotenen Flötenkurse von Robert Bauer übernommen werden könnten. Außerdem bietet der 29-Jährige einen Blechbläser-Kurs an. Für Schlagzeugerin Silvia Bauer fanden sich auch gleich mehrere potenzielle Schüler. Seit September bieten die beiden regelmäßige Musikkurse in Eichstädt an, Mitte Januar wurde die Eichstädter Kirche dann erstmals zur Ohrenweide. Gut gefüllt war das Konzert mit «elektroakustischen Klangbildern», entworfen von dem jungen Ehepaar. «Vielleicht war dieser Auftakt etwas gewagt\", sinniert Robert Bauer jetzt. Gut besucht war der Abend trotzdem. Ein optimaler Start also für die beiden, die ihren ersten Auftritt als «das abstrakteste Konzert von allen\" beschreiben. Sie wollten sehen, wie die neue Reihe angenommen wird, nicht zu viele Risiken kalkulieren müssen. Mit dem Jazz-Chor «Blue Wednesday» wird das Ohrenweide-Programm am 16. Februar dann wieder etwas klassischer: Die Welt des Jazz und Swing von den 30er-Jahren bis heute prägt das Repertoire des Chores, der von Robert «Rob» Bauer geleitet wird. Der Posaunist hat auch Komposition studiert, teilweise sogar als Stipendiat in Boston, bei einem internationalen Big-Band-Kompositions-Wettbewerb in Kopenhagen wurde er 2003 ausgezeichnet. Heute lehrt er auch an der Hochschule in Dresden. Für den Chor komponiert und arrangiert er, ist der Auftrittsort groß genug, kommt Silvia Bauer samt Schlagzeug mit.
Frühzeitig sammelte die 28-Jährige Big-Band-Erfahrung. «Blasmusik war eben in meiner sächsischen Heimat sehr beliebt.» Immer wieder wurde die talentierte junge Schlagzeugerin von anderen ausgefragt. Als sie dann den Studienplatz an der Berliner Musikhochschule «Hanns Eisler» bekam, war klar, dass auch Pädagogik im Studium eine Rolle spielen sollte. Zusammen mit Robert Bauer arbeitet sie im «Rob Bauer Consort», einem zehnköpfigen kammermusikalischen Big-Band-Experiment, das am 9. März in Eichstädt zu erleben sein wird. Bei Theaterproduktionen etwa in der populären Berliner «Bar jeder Vernunft» oder im Potsdamer «Hans Otto Theater» war sie dabei. Seit zweieinhalb Jahren hat sie ein eigenes Trio, die «Silvia Bauer Group», neben Jazz favorisiert die Combo auch Latin und Afro. Am 11. Mai wird das Trio in Eichstädt auftreten.
Alle zwei Wochen verbringt Silvia Bauer einen Tag in Eichstädt, neun Schüler hat sie bereits, ein Hobby-Schlagzeuger hat für den Unterricht die Instrumente zur Verfügung gestellt und sich prompt selbst angemeldet. Ansonsten arbeiten Bauers eher mit Kindern und Jugendlichen. Die wollen sie auch mal in ihr Konzertprogramm mit einbeziehen.

Karen Grunow- Märkische Allgemeine Zeitung vom 23.01.07

Spannendes Rauschen

Auftakt der Konzertreihe «Ohrenweide» in Eichstädt:
«DU3» stießen auf offene Ohren

EICHSTäDT – Gleich, nachdem das erste Stück des Ensembles «DU3» in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche am Freitagabend verklungen war, stürmte Organisator Erdmut Schulze noch einmal nach vorne. «Die Heizung rauscht», meinte Schulze und bemühte sich, das Problem sofort zu beheben. «Das sind doch wir», schmunzelte Musiker Rob Bauer daraufhin. Tatsächlich war es der Beamer, den Rob Bauer und seine Frau Silvia mitgebracht hatten, der das ominöse Rauschen verursachte. Das Gerät warf Bilder zu den eigentümlichen Klangcollagen von «DU3» an die Wand – mal schwimmende Fische, mal geheimnisvolle Schwarzweiß-Zeichnungen von Silvia Bauer selbst. Diese passten zum Gesamtbild des Konzertes: «Viel Interpretationsspielraum» ließen sowohl der Name des Ensembles als auch dessen Musik frei, räumte Silvia Bauer ein. So könne «DU3» beispielsweise «Der unsichtbare Dritte» bedeuten, meinte die Schlagzeugerin und Percussionistin. Eine Interpretation, die passt: «Viele verdächtige Kabel» und Geräte auf der Bühne hätten einen ebenso großen Stellenwert für den Klang wie die beiden Musiker selbst, betonte Silvia Bauer, und ihr Ehemann fügte lächelnd hinzu: «Und ein mindestens ebenso großes Eigenleben.»
Dank der zahlreichen Gerätschaften waren dann auch nicht «nur» die Schlaginstrumente Silvia Bauers und die Blasinstrumente ihres Mannes zu hören, sondern auch diverse Geräusche – von stetigen Wiederholungen der Stimme Rob Bauers bis hin zu nervenzerfetzendem Fiepen. Letzteres ergänzte Bauer mit hohen Flötentönen – und stellte die Zuhörer in der Kultur- und Kinderkirche damit durchaus vor eine Herausforderung: Wiedererkennbare Melodien und Rhythmen suchte man bei den teilweise jazzigen Klangcollagen der Bauers meist vergeblich – kein Wunder, bestehen die Konzerte von «DU3» doch laut Silvia Bauer zu zirka 90 Prozent aus Improvisationen. Als «zugangsfremd» bezeichnete Rob Bauer selbst die Musik seines Ensembles. Dennoch ließen sich die Gäste auf die Kompositionen der sympathischen Musiker ein – und wurden mit einem ausgesprochen außergewöhnlichen Musikerlebnis belohnt.
«Es ist toll, dass so etwas bei uns stattfindet», meinte etwa der Bärenklauer Ralf Teichert, der selbst Musiker ist. Ein derart ungewöhnliches Konzert erwarte er beim Gang in einen Berliner Jazzkeller, aber nicht auf dem Lande: «Ungewöhnlich, einmalig und pnend» sei das Konzert gewesen, sagte Teichert, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Eichstädt war – und auch wiederkommen wird. Denn der Auftritt von «DU3» war der Auftakt zu einer Konzertreihe, die Rob und Silvia Bauer unter dem Motto «Ohrenweide» in der Kultur- und Kinderkirche veranstalten. «Wenn der eine oder andere heute wiedererkennbare Melodien vermisst hat, sollte er dorthin kommen», so Rob Bauer lächelnd. Als nächstes steht am Freitag, 16. Februar, mit «Blue Wednesday» ein Jazz-Chor-Konzert an.

Mona Schröder- Oranienburger Generalanzeiger vom 15.01.07

Trommeln und pusten

Silvia und Robert Bauer bringen als freischaffende Künstler Eichstädter Kindern die Musik nahe

EICHSTÄDT – Schwarze Instrumentenkoffer in verschiedenen Größen, Trommeln und lange Reihen von CDs machen auf den ersten Blick deutlich: Dies ist ein Musikerhaushalt. Und das ist nur die halbe Wahrheit. Der schaumstoffgedämmte Probenraum mit zwei Schlagzeugen liegt direkt über der Wohnung des Berliner Ehepaars Silvia und Robert Bauer.
Eigentlich haben sie wegen dieses Raums auch den Job in Eichstädt bekommen, erzählt Robert Bauer. Denn der Dachboden war früher weniger gut isoliert, und so drangen die Percussion-Töne zuweilen bis ins Erdgeschoss, in dem eine Bötzowerin arbeitete. über Schlagzeugunterricht für Kinder führte der Weg weiter zur Nachfolge von Gisela Semper in deren Flötenkurse für Kinder. Seit September erteilen Silvia und Robert Bauer Unterricht in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche. «Ich bediene alles, was trommelt, Robert alles, was pustet», fasst Silvia Bauer die verschiedenen Instrumente zusammen, die die beiden beherrschen. Vibraphon, Ballaphon (ein dem Xylophon ähnliches Schlaginstrument) und afrikanische Trommeln gehören ebenso dazu wie Posaune, Trompete und Flöten. Silvia und Robert Bauer wollen den Kindern vor allem die Freude am Musik machen und am gemeinsamen Miteinander vermitteln. Mit der neuen Kirchenmusikerin hoffen sie sich gut zu ergänzen. Silvia und Robert Bauer als Musiklehrer zu bezeichnen, wäre aber viel zu kurz gegriffen, ebenso, sie in eine musikalische Schublade zu stecken. Beide sind in verschiedenen, manchmal auch gemeinsamen Formationen hauptberuflich als freischaffende Musiker unterwegs. «Diplom-Instrumental-Pädagogin für Schlagzeug im Popularbereich» heißt etwas umständlich der Studiengang, den Silvia Bauer, die in der Oberlausitz in Sachsen aufgewachsen ist, absolviert hat. Mit Pauken und Glockenspiel war die 28-jährige Künstlerin unter anderem in der «Dreigroschenoper» in Potsdam sowie im Rahmen der «Mitternachtsshows» in der Berliner «Bar jeder Vernunft» zu hören, mit weiteren Musiker-Kollegen auch bei Preisverleihungen und bei Botschaftsempfängen.
«Hauptsächlich bin ich Posaunist», sagt Robert Bauer. Er hat seine musikalischen Interessenten ebenfalls breit gefächert. Das Bassflügelhorn gehört zu seinen Lieblingsinstrumenten. An Klavier, Orgel und Kontrabass ist er zu Hause, aber auch das Dirigieren und Arrangieren sei für ihn fast wie ein Instrument, sagt er. Aus der Nürnberger Gegend stammend hat Robert Bauer in Berlin und Boston Jazz-Posaune und Komposition studiert. In Bayern legte er eine Kirchenmusikerprüfung ab. Eines seiner Werke für ein Ensemble mit sechs Trompeten erlebte vor wenigen Tagen seine Uraufführung, ein Arrangement für den dänischen Rundfunk und den amerikanischen Jazz-Gitarristen Mike Stern hat er gerade vorbereitet. Der 29-Jährige spielt in mehreren Ensembles und unterrichtet an der Hochschule für Musik in Dresden.
Als Duo mit Schlag- und Blasinstrumenten sind Silvia und Robert Bauer «DU3», er macht mit dem «Rob Bauer Consort» Kammermusik und sie erzeugt mit der «Silvia Bauer Group» Latin-, Jazz- und Afro-Rhythmen. Mit mehr als 20 weiteren Sängerinnen und Sängern singen sie im Chor «Blue Wednesday\", dessen Leiter Robert Bauer ist. Die Demo-CD, mit der «Blue Wednesday» für Veranstaltungen im Land auf sich aufmerksam machen will, entstand übrigens in der Eichstädter Kirche – wegen der schönen Akustik.
Und neben dem Beruflichen? Silvia und Robert Bauer zögern. «Musik ist eigentlich auch unser Hobby.» Tango tanzen gehört ebenso dazu. Silvia Bauer überlegt und zeigt dann auf das große Aquarium im Wohnzimmer. «Damit beschäftige ich mich gerne.» Das Wasser plätschert harmonisch vor sich hin – auch ein bisschen wie Musik.
In den kommenden Monaten sind Robert und Silvia Bauer in verschiedenen Formationen in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche zu hören. Als «DU3» sind sie bereits am kommenden Freitag, 12. Januar, mit elektronischen Klangbildern, die während des Spielens verfremdet werden, zu erleben. Das Konzert bildet den Auftakt der Serie «Eichstädter Ohrenweide», beginnt um 19.30 Uhr und kostet an der Abendkasse sechs, ermäßigt vier Euro Eintritt.

Heike Weißapfel- Oranienburger Generalanzeiger vom 06.01.07

Atmosphärische Klänge in Eichstädt

Die Kultur- und Kinderkirche lädt zu vielen Veranstaltungen ein

EICHSTÄDT – Die Kultur- und Kinderkirche hat sich in Eichstädt inzwischen etabliert. Dass sich in dem Gotteshaus in ruhiger, anheimelnder Atmosphäre Musik hören oder auch lebhaft feiern lässt, hat sich über die Grenzen Oberkrämers herumgesprochen. Eine Erfahrung, auf die sich aufbauen lässt – und das hat der Förderkreis, der die vertraulich «KuKi» genannte Einrichtung betreibt, in den kommenden Monaten vor. In regelmäßigen Abständen, meistens freitags und sonnabends, finden in der Kirche wieder abendliche Veranstaltungen statt, die sowohl der Unterhaltung als auch der Bildung dienen können. Ein Faltblatt mit Einladungen von Januar bis Juni hat der Förderkreis gerade veröffentlicht. Mehrmals gibt es musikalische Abende, zu denen Silvia und Robert Bauer beitragen, die seit dem Weggang von Gisela Semper musikalische Ausbildung für Kinder und Kirchenmusik anbieten.

Wer Ohren hat, der höre!

«Eichstädter Ohrenweide» ist die neue Musik-Serie überschrieben, die bereits am Freitag, 12. Januar, ihren Anfang nimmt. Elektroakustische Klangbilder werden Silvia und Robert Bauer auf Blasinstrumenten und Schlagzeug zaubern. In verschiedenen Besetzungen mit weiteren Musikern werden die beiden Berliner Musiker insgesamt sechs Mal «Ohrenweiden» bieten, darunter mit einer kammermusikalischen Bigband oder Klängen aus Latein- und Nordamerika sowie Afrika und «lauter leise Musik» mit Posaune, Gitarre und Kontrabass.
Die Erzählreihe «Land und Leute» hat im vergangenen Jahr ebenfalls viele Besucher angelockt. Sie wird am 26. Januar und am 23. Februar mit neuen Berichten fortgesetzt. Reiseeindrücke gibt es diesmal aus Israel sowie Australien und Neuseeland.
Auch die Kinder sollen nicht zu kurz kommen. Für sie gibt es im Mai und Juni zwei Nachmittagsprogramme zum Zuschauen und Mitmachen. Ein Benefiz-Abend zugunsten der Kultur- und Kinderkirche sowie ein abendlicher Gottesdienst komplettieren das Programm.

Heike Weißapfel- Oranienburger Generalanzeiger vom 04.01.07